Aktuell: Hühnerhaltung 2012 – faule Eier von der EU

Das Jahr 2012 sollte für Legehennen auf den ersten Blick ein gutes Jahr sein. Denn seit dem ersten Januar sind die herkömmlichen Käfigbatterien europaweit verboten. Doch leider trügt der erste Eindruck: Erlaubt bleiben die sogenannten ausgestalteten Käfige. Doch die bieten nach EU-Recht lediglich eine Postkarten­fläche mehr Platz je Henne sowie eine Sitzstange.

So bleibt das Leben auch in den neuen "ausgestalteten" Käfigen für die Hennen eine einzige Qual. Ungestört zu ruhen oder gar zu flattern ist in dem Gedränge völlig unmöglich. In den engen Verschlägen können sich die Hennen nicht einmal aus dem Weg gehen. Die Folge: Viele Tiere leiden aufgrund des Bewegungsmangels unter schweren Knochenschäden und schmerzhaften Frakturen.

Dass diese qualvolle Haltungsform nun sogar europaweit unter den Namen "Kleingruppenhaltung", "Hühner-WG" oder "Kleinvoliere" zementiert wird, zeigt, dass die Politik den Verbraucherwillen für mehr Tierschutz beharrlich ignoriert. Dabei greifen die Menschen in Deutschland schon zu mehr als 80 Prozent zu Frischeiern aus alternativen Haltungen. Was aber passiert tatsächlich: Die industrielle Massentierhaltung erlebt derzeit einen Boom bislang ungekannten Ausmaßes und uns Verbrauchern werden faule Eier ins Nest gelegt.

Rund die Hälfte aller verzehrten Eier stammt aus Käfighaltung

Eier auf dem Fließband, © www.istockphoto.com / barbaragibbbons
Eier auf dem Fließband, © www.istockphoto.com / barbaragibbbons

Wir verlangen nach Eiern von "glücklichen", frei laufenden Hühnern, doch rund die Hälfte aller verzehrten Eier stammt aus der Käfighaltung. Und wir sind völlig ahnungslos, denn die Käfigeier werden uns untergejubelt – zum Beispiel in Form von Eiernudeln, Kuchen oder gefärbten Ostereiern. Denn so verarbeitet, müssen sie nicht gekennzeichnet werden.

Wir vom BUND meinen: Es ist ein Skandal, dass die Politik eine Nichtkennzeichnung dieser Produkte überhaupt in Erwägung zieht. Der Verbraucherschutz sollte für die Volksvertreter in Berlin an erster Stelle stehen! Aus diesem Grund fordert der BUND: Alle Produkte, die Eier aus Käfighaltung enthalten, müssen gekennzeichnet werden. Nur so können Konsumenten erkennen, was sie essen.